
Warum Gendern im UX-Design wichtig ist
In einer Zeit, in der Inklusion und DiversitĂ€t immer mehr an Bedeutung gewinnen, spielt auch das Gendern im UX-Design eine immer wichtigere Rolle. Es geht nicht nur darum, politisch korrekt zu sein, sondern vielmehr darum, eine inklusive Nutzererfahrung fĂŒr alle zu schaffen. In diesem Beitrag wollen wir uns mit den verschiedenen Aspekten des Genderns im UX-Design auseinandersetzen und zeigen, wie eine geschlechtergerechte Gestaltung die User Experience verbessern kann.
Was ist Gendern ĂŒberhaupt?
Gendern bezieht sich auf die Verwendung geschlechtergerechter Sprache und Darstellungen, um sicherzustellen, dass alle Geschlechter gleichberechtigt und respektvoll behandelt werden. Im Kontext des UX-Designs bedeutet das, dass sowohl die Sprache als auch die visuellen Elemente einer Website oder App so gestaltet sein sollten, dass sie keine Geschlechterdiskriminierung fördern.
Aktuelle Trends: Geschlechtsneutrale Formulare und Icons
Einer der auffĂ€lligsten Bewegungen im Bereich des Genderns im UX-Design ist die Verwendung geschlechtsneutraler Formulare im Web. Ein wichtiger Aspekt beim Gendern in Online-Formularen ist grundlegend die Frage der Notwendigkeit: Ist es in jedem Fall wirklich erforderlich, das Geschlecht der Nutzerinnen zu erfragen? In vielen Situationen ist diese Information schlichtweg irrelevant fĂŒr den eigentlichen Zweck des Formulars. Statt der traditionellen âHerr/Frauâ-Auswahl bieten immer mehr Websites und Apps geschlechtsneutrale Optionen wie âPersonâ oder âIndividuumâ an. Auch bei Icons und Avataren wird zunehmend auf geschlechtsneutrale Darstellungen geachtet.

Herausforderungen und Kritik: Ein Balanceakt
NatĂŒrlich ist das Gendern im UX-Design nicht ohne Herausforderungen. Zum einen gibt es technische Aspekte, die berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen, zum anderen kann die Verwendung geschlechtergerechter Sprache auch zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren. Kritiker*innen argumentieren, dass das Gendern die Sprache verkomplizieren und damit die User-Experience verschlechtern könnte. Deshalb ist es wichtig, eine ausgewogene Herangehensweise zu finden, die sowohl inklusiv als auch benutzerfreundlich ist.
Praktische Tipps: So setzen Sie Gendern im UX-Design um
- Feedback einholen: Bevor Sie Ănderungen vornehmen, sollten Sie Feedback von Ihrer Zielgruppe einholen. Das hilft Ihnen, besser zu verstehen, welche BedĂŒrfnisse und Erwartungen die Nutzer*innen haben. Um Ihre Zielgruppe besser nachvollziehen zu können, hilft es, Personas der verschiedenen Zielgruppen auszuarbeiten.
- A/B-Tests durchfĂŒhren: Testen Sie verschiedene AnsĂ€tze, um herauszufinden, welche am besten funktionieren. Gebe beispielsweise potenziellen Nutzer*innen die Möglichkeit, zwischen geschlechtsspezifischen und geschlechtsneutralen Formulierungen zu wĂ€hlen.
- Kontinuierliche Verbesserung: Gendern ist ein fortlaufender Prozess. Es ist wichtig, regelmĂ€Ăig Feedback zu sammeln und die UX-Designs entsprechend anzupassen.
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Beispiele fĂŒr eine genderneutrale Formulierung:
â Benutzer
â
Diejenigen, die die App nutzen âŠ
â
Wer die App nutz, âŠ
â
Bei der Nutzung der App âŠ
â Bewerber
â
Wer sich bewirbt, âŠ
â
sich bewerbende Person ...
â Jurist
â
Person mit juristischer Ausbildung …
â
volljuristisch tĂ€tige Person …
â Der Gewinner ist Judith.
â
Den ersten Platz macht Judith.
â
Judith hat gewonnen.
â Kollege
â
Teammitglied âŠ
â
mitarbeitende Person âŠ
â
im Kollegium befindende Person, âŠ
â Probanden
â
Wer der Begutachtung teilnimmt, âŠ
â
Die teilnehmende Person âŠ
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben einen wichtigen Schritt in Richtung genderneutrale Kommunikation gemacht. Statt der frĂŒheren Ansage âSchwarzfahrer zahlen 40 âŹâ lieĂt man nun âFahren ohne Ticket kommt teuer!â. Diese Ănderung mag klein erscheinen, hat jedoch eine groĂe Wirkung. Sie ist nicht nur geschlechtsneutral, sondern auch inklusiver und spricht alle FahrgĂ€ste an, ohne jemanden auszuschlieĂen. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Beispiel dafĂŒr, wie Sprache die Wahrnehmung beeinflussen kann.
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Fazit: Gendern als Teil einer inklusiven UX-Strategie
Das Gendern im UX-Design ist mehr als nur ein Trend; es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiveren und gerechteren digitalen Welt. Durch geschlechtergerechte Sprache und Designelemente können wir eine bessere User Experience fĂŒr alle schaffen und gleichzeitig dazu beitragen, Diskriminierung und Stereotypen abzubauen. Es ist ein Balanceakt, der sowohl technisches Know-how als auch ein tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr die BedĂŒrfnisse der Nutzer*innen erfordert. Aber die MĂŒhe lohnt sich, denn am Ende profitieren alle davon.
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